Jedes Jahr gegen Ende Jänner freu ich mich schon wieder drauf auf Wildkräuter-„Jagd“ zu gehen und für meinen Teevorrat zu sammeln. Von November bis Dezember denk ich mir immer „Ute sparsam mit dem Teevorrat umgehen, es dauert noch bis zum nächsten Kräuterjahr“, im Jänner bin ich schon wesentlich entspannter 😉
Als eins der ersten Teekräuter begegnet uns ab März das wohlriechende Veilchen. Viola odorata. Durch seinen betörenden Duft unterscheidet es sich gut vom geruchlosen Hundsveilchen. Für den Tee lassen sich Blüten und Blätter verwenden, ich gestehe ich trockne nur die Blüten. Veilchentee wirkt entschleimend bei Erkältungen, Husten und Lungenproblemen. Bei Frühjahrserkältungen finden sich schon meist die ersten frischen Blüten. 4-8 frische Blüten pro Häferl mit heißem Wasser aufgießen, 5-8 min ziehen lassen. Vertreibt das Frühjahrshüsteln, lässt sich ja auch vorbeugend trinken quasi als eine Art Fühjahrskur und schmeckt nebenbei gut.


Den ersten drei im Jahr gefundene Veilchenblüten werden im übrigen besondere Heilkräfte nachgesagt. Isst man sie, bewahren sie einem das ganze Jahr über vor Krankheit. Also – Augen auf im März!! Die Blüten schmecken auch toll!
Goethe soll während seiner Waldspaziergänge Veilchensamen bei sich getragen und sie überall verstreut haben als Dank an die Natur für ihre Schönheit. Das lilafarbene Veilchen gilt als Symbol für Bescheidenheit und Dankbarkeit.
Ein kleiner Teaser zu meiner Frühjahrs-Kräuterküche sei hier verraten: Kräuterbutter mit Veilchen – 100g weiche Butter mit je 1TL Olivenöl und Zitronensaft verrühren, optional 1 Prise Salz dazu. Eine Handvoll Veilchenblüten (oder eine Mischung aus Veilchenblüten, Gänseblümchen, jungen Schafgarbenblättchen) klein hacken und mit der Butter vermischen. Mit Alufolie oder Frischhaltefolie zu einer Rolle formen – ich klecks die Buttermischung in so fuzi-kleine Pralinenformen – und in den Kühlschrank stellen damit die Butter wieder fester wird.
So.. abgewichen vom Plan.. Weil ich jetzt nur mehr Veilchen im Kopf hab :-))) Eigentlich wollt ich ja über Tee-Kräuter schreiben. Als Vorbereitung auf die Sammelzeit. Übers Jahr hindurch sammle und trockne ich die Kräuter, die mir begegnen, für meine winterlichen Haustee-Vorrat. Jedes Jahr anders zusammengesetzt, je nachdem wie oft ich sammelnd unterwegs war und wann und wo. So ist mein Haustee 2023 sehr holunderblütenlastig. War sehr oft „im Holler“-Rausch. Dazu kamen noch Lindenblüten, Brombeerblätter, Wiesensalbei, Mädesüß, Weißdornblüten, Rotklee, Königskerze, Schafgarbe, Johanniskraut und einiges mehr.
Was können die unterschiedlichen Kräuter? Holunderblüten wirken schweißtreibend und fiebersenkend, hilft bei Husten und Rachenproblemen. Lindenblüten aktivieren vorbeugend die körpereigenen Abwehrkräfte. Die Brombeere wirkt entzündungshemmend und reinigend. Weissdorn stärkt das Herz. Die Königskerze hilft bei Husten, Rheuma, wirkt blutreinigend, harntreibend und beruhigend. Die Schafgarbe wirkt krampflösend und verdauungsfördernd. Und das ist nur ein kleiner Auszug aus den wundervollen Eigenschaften, die wir für uns nutzen können. Mehr und oftmals genauere Infos gibts dann von mir im (Kräuter-)Jahresverlauf. Bis dahin genieß ich noch ein paar Mal meinen Haustee 2023 bis ich für die 2024er-Mischung sammle.

Eins noch zum Sammeln: Bitte nur die Kräuter sammeln, die du eindeutig erkennst. Nicht achtlos alles zertrampeln und immer nur ein bisserl nehmen. Bitte niemals alles „abmähen“. Man braucht oftmals nur so wenig. Auch wenn einem der Pflück-Rausch überkommt.. Bitte stets achtsam und behutsam mit der Natur umgehen. Sie und ihre Schätze sind so kostbar. Dankeschön.
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